Das Fassen von Edelsteinen in Schmuckstücken ist heute ein eigenständiger Beruf. Früher musste der Goldschmied seine Steine selbst fassen; jedoch steht auch heute noch nicht überall ein Schmucksteinfasser zur Verfügung. Der Fasser kommt in der Regel mit einer geringen Anzahl oft noch selbst gefertigter Hilfsmittel aus, diese passt er speziell an seine Hand und Arbeitsweise an.

Je nach Form, Farbe und Beschaffenheit des Edelsteins muss man überlegen welche Fassart in Frage kommt: geschlossene Zargen-, Krappen-, Verschnitt- oder Rahmenfassungen. Die Härte des gewählten Schmucksteins schränkt ebenfalls die Wahl des Fass-Materials ein. Spröde Legierungen sind generell unbrauchbar um Steine alltagstauglich zu fassen. Bei Juwelenstücken ist für die Ausarbeitung der Körner vom Verschnitt eine geschmeidige, einwandfreie Legierung von Nöten, da sonst die Körner abbrechen werden.

Fassarten:

1 – Zargenfassung:

Zargenfassung Eine Zargenfassung ist eine geschlossene Fassung. Die äußere Form der Zarge aus dem Edelmetallgewerbe kann rund. eckig, oval oder unregelmäßig sein, je nach Form des Steines. Die Zargenwände verlaufen entweder parallel zueinander oder konisch. Die Steinauflage wird entweder mit dem Stichel geschnitten oder ist eingelötet worden oder – bei runden und ovalen Steinen- auch gefräst.

2 – Krappenfassung

Krappenfassung  Wird bei einer Zargenfassung von oben nach unten Material weggenommen, so dass nur noch Stotzen bleiben, spricht man von einer Krappenfassung. Aus Profilstäben montierte einfache Krappenfassungen nennt man auch Chatonfassungen.

3 – Reihenfassung

Reihenfassung Eine Abwandlung der Zargenfassung ist die Reihenfassung, bei der gleich große quadratische oder rechteckige Steine in einer Reihe gefasst sind und von einer Fassung gehalten werden. Dadurch ergibt sich, dass nur die Steine die am Anfang und am Ende der Fassung sind von drei Seiten gefasst sind, die mittleren zwangsläufig nur von zweien.

4 – Rahmenfassung

Rahmenfassung 

Die Rahmenfassung ist eine Abwandlung der Zargenfassung und wird hauptsächlich für unregelmäßige empfindliche Steine wie Kameen oder Opale angefertigt. Dazu wird erst eine Zarge hergestellt, die der äußeren Form und Höhe des Steins exakt entspricht. Diese wird anschließend mit einem schmalen Rand versehen ( wie ein Deckel), so dass der Stein von hinten in die Fassung eingesetzt werden kann und genau passt. Nun wird eine zweite Zarge hergestellt , die genau in die erste passt und von hinten nachgeschoben wird (so kann der Stein durch den Rand weder nach oben noch nach unten rausfallen – durch die 2. Zarge). Die zweite Zarge hält durch Spannung und wird vernietet oder anders fixiert.

5 – Spiegelfassung

Spiegelfassung  Bei der Spiegelfassung ist die eigentliche Fassart des Steines hintergründig, sie soll lediglich die optische Wirkung von Steinen erhöhen. Dies wird dadurch erreicht, dass ein schmaler polierter Metallrand um die Fassung herumläuft und durch seine Reflexion die des Steines vergrößert.

6 – Die Karmoisierung

Karmoisierung Der Begriff Karmoisierung bedeutet nichts anderes, als dass ein Mittelstein dicht von kleineren umgeben ist. Die Fassart spielt dabei keine Rolle.

7 – Verschnitt-Fassungen

Verschnittfassung A – Carreau-Fassungen: Damit ist eine viereckige Fassung gemeint, in der ein runder Stein mit Körnern gehalten wird.
B – Fadenfassung: Dies ist eine Fassart, bei der die Steine – wie auf einem Faden aneinander gereiht – gefasst werden. Die Steine sitzen meist sehr dicht und werden durch Körner gehalten.
C – Pavéfassung: Bei dieser Fassart werden soviel Steine wie möglich auf einer Metallfläche im Verschnitt mittels Körnern gehalten.

8 – Steine einreiben

Steine eingerieben Die Steine werden glatt ins vorhandene Material eingerieben ( das Material wird mit einem Stahl über den Stein getrieben und hält so).
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